
altes Logo

Paris, 1. Januar 1930: Racing Club Paris - KFV 3:5
.jpg)
Mannschaft bei einem Spiel in Marseille, Frankreich. Um 1930
Insgesamt gelang es 38 Mannschaften, sich für mindestens eine der elf Spielzeiten der Gauliga Baden zu qualifizieren. Der Kampf um den badischen Meistertitel wurde von den beiden Mannheimer Klubs VfR Mannheim und SV Waldhof Mannheim mit jeweils fünf Meistertiteln dominiert, einzig 1941 gelang es dem ebenfalls aus Mannheim stammenden VfL Neckarau, diese Dominanz zu durchbrechen.
Eintracht Frankfurt — Karlsruher Fußball-Verein 4:1 (2:1), 01.02.1931
Armselige
6000 zahlende Zuschauer bei dem Meisterschaftstreffen im
Frankfurter Stadion zwischen Eintracht Frankfurt Karlsruher
Fußball-Verein! Die badischen Gäste werden sich
erinnern,
daß sie selbst in ihren Privatspielen stets ein viel
zahlreicheres Publikum gefunden haben. Dahin also sind wir
dank der städtischen Kommunalisierungsbestrebungen in
sportlichen Dingen gekommen. Die führenden Frankfurter
Vereine und ihr eintrittzahlender Anhang sind weder im
Stadtteil Niederrad noch in Sachsenhausen ansässig und
lassen sich nun einmal nicht durch teure Straßenbahnfahrten
den an sich genügend kostspieligen Besuch eines
Fußballspiels noch mehr verteuern. Die „Versailler Diktate",
mit denen die städtisches Pachtgelände als Spielplatz
benutzenden Vereine bei allen größeren Veranstaltungen zur
Benutzung des Stadions gezwungen werden, haben allmählich
die passive Restistenz des Publikums erweckt, mit der genaue
Kenner der Verhältnisse schon lange gerechnet haben.
Die beiden Mannschaften litten unter Erkrankungen ihrer Spieler. Die Karlsruher hatten Keller auf rechtsaußen durch Quanten ersetzt, und für Reeb spielte Huber als rechter Verteidiger.
Ludwig Isenburger. (Aus dem 'Kicker' vom 03.02.1931)

KFV gegen die Frankfurter Eintracht, 1930er Jahre
Süddeutsche Meisterschaft, 9.
Spieltag - So., 13.03.1932,
Karlsruher FV - SpVgg Fürth 3:0 (1:0)
"Der SpVgg Fürth gab man für ihren schweren Gang nach Karlsruhe wenig Aussichten und das Ergebnis beweist dann auch, dass diejenigen, die den KFV für eine der stärksten süddeutschen Mannschaften hielten, im Recht waren. Die Badener spielten zu Hause mit einem kaum zu bändigenden Elan."
1:0 Link (12.), 2:0 Schneider (50.), 3:0 Link (75.), Zuschauer: 10 000
Exkurs: ewige (Lokal-)Rivalen: Phoenix FC Karlsruhe und der VfB Mühlburg
Der Verein "Phoenix FC Karlsruhe" zählte im Januar 1900 zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Fußball-Bundes und wurde 1909 der sechste deutsche Fußballmeister. 1912 schloss sich der FC Phönix mit dem FC Alemannia zum Karlsruher FC Phönix (Phönix-Alemannia) zusammen, nach dem Ersten Weltkrieg bezog er ein Areal im Karlsruher „Wildpark“. An die sportlichen Erfolge der ersten zwei Jahrzehnte seines Bestehens konnte der FC Phönix jedoch nie mehr anknüpfen. 1952 fusionierte er mit dem VfB Mühlburg zum heutigen Karlsruher SC.
Während die Rivalität zwischen dem KFV und Phoenix in etlichen Derbys "praktiziert" wurde, gewann der VfB Mühlburg erst viel später an Bedeutung. In den 1940/50er Jahren entwickelte er sich zum stärksten Klub der Stadt. Statistiken zu den Derbys finden Sie auf unserer Statistik-Seite.



Phoenix-Mannschaft ca. 1936


oben: Phoenix-Mannschaften (1930er), in der Mitte das Vereinsemblem

Als eine Spitzenmannschaft des deutschen Fußballs war der KFV ein gern gesehener Gast in Eröffnungsspielen neuer Stadien wie hier in Waldshut, 1933.
Abbildung: KFV-Uhr mit „KFV-Bierzipfel“ von 1935.
1939:
Die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs infolge zahlreicher Einberufungen
gelingt trotz engagierter Jugendarbeit nur unter erschwerten Bedingungen.
Zerstörung des Sportplatzes, der Tribüne, des Clubhauses mit Vereinsarchiv und
zahlreichen Sportgeräten bei Fliegerangriffen (1944)
Video: Ein Kurzfilm über den im Dritten Reich ermordeten KFV-Spieler Julius Hirsch und seinen KFV.
Download (rechts Maustaste klicken, danach "speichern unter") : Fussball.flv
1941
Die zunächst eingleisige Gauliga wurde 1941/42 kriegsbedingt in eine Nord- und eine Südgruppe mit je sechs Mannschaften aufgeteilt, daran schloss sich eine Endrunde mit vier Mannschaften an. Die Gauliga Baden Saison 1944/45 war die zwölfte und letzte Spielzeit der Gauliga Baden im Fußball. Sie wurde kriegsbedingt nicht zu Ende geführt. Ergebnisse sind nur aus der Nordgruppe dokumentiert, die im Januar 1945 eingestellt wurde, für Mittelbaden sind keine Spiele dokumentiert, und in Südbaden fand kein Spielbetrieb mehr statt. Nach Kriegsende wurden lösten die Oberligen die Gauligen als höchste deutsche Spielklasse ab. Eine deutsche Meisterschaft wurde 1944/45 nicht mehr ausgespielt.
1945: Wiederaufnahme des Spielbetriebs auf dem FC Phönix Platz beim heutigen Wildpark
Oberliga Süd (1945-1947), höchste Spielklasse
2. Oberliga Süd (1947-1957), zweithöchste Spielklasse
Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte der Karlsruher FV in der neu gegründeten Oberliga Süd nochmals für zwei Spielzeiten „erstklassig“, stieg aber 1947 ab. Durch eine 2:3-Niederlage gegen den TSV 1860 Bremen auf neutralem Platz wurde man Deutscher Amateurvizemeister. 1952 wurde der KFV Meister in der 1. Amateurliga Nordbaden und gewann auch die Aufstiegsrunde zur 2.Liga Süd. In dieser Klasse hielt sich der Verein bis 1957, als der Abstieg in die 1. Amateurliga erfolgte.
Als Phönix und Mühlburg 1952 zum Karlsruher SC fusionierten, bot man dem KFV an, dem neu gegründeten Verein beizutreten, was dieser aber ablehnte. In den folgenden Jahren konnte der Verein mit dem in dieser Zeit sehr erfolgreichen KSC sowohl in der Publikumsgunst als auch – was in diesen Jahren immer wichtiger wurde – finanziell nicht mithalten und stieg in der Runde 1956/57 auch aus der 2. Liga Süd ab.
Mannschaftsbilder links: 1946, rechts: 1947
1946/47 Karlsruher FV - VfL Neckarau, Oberliga Süd

Bild: Spielprogramm zum Oberligaspiel gegen Schwaben Augsburg

Bild: Berichterstattung der "Badischen Neuesten Nachrichten" zu einem Spiel gegen Eintracht Frankfurt 1946
Stenogramm: Letzter Sieg gegen den späteren Rekordmeister FC Bayern München
08.12.1946: Karlsruher FV – FC Bayern München 2:1
Karlsruhe: Egon Becker, Fritz Stephan, Wolfgang Schmitz, Johann Herberger, Karl Biedenbach, Heinrich Schön, Erich Benz, Helmut Morlock, Oskar Scherer, Albert Janda, Kurt Ehrmann
München: Rudolf Fink, Karl Köhle, Andreas Seibold, August Stielenhofer, Herbert Moll, Jakob Streitle, Josef Stepberger, Franz Bachl, Starhuber, Thomas Hofner, Wilhelm Simetstreiter
1:0 Scherer (32.), 2:0 Ehrmann (54.), 2:1 Stepberger (88.)
Zuschauer: 8.000, Stadion Telegrafenkaserne. Schiedsrichter: Schneider (Frankfurt)

Spiel gegen Eintracht Frankfurt mit Toni Turek (links), 1946/47
Stenogramm zum einem Spiel gegen Fürth
19. Spieltag - So., 09.02.1947, 14:00 Uhr:
SpVgg Fürth – Karlsruher FV 4:0
Fürth: Niemann - Popp, Pröll - Pfeiffer, Zollhöfer, Spitz - Hoffmann, Jahn, Vorläufer, Faul, H. Meier
Karlsruhe: Becker - Stephan, Schmitz - Herberger, Biedenbach, Schön - Benz, Scherer, Fritschi, A. Janda, Ehrmann - Trainer: Max Breunig
Schmitz ab 40. Minute als Torwart für den verletzten Becker
Tore: 1:0 Jahn (35.), 2:0 Vorläufer (40.), 3:0 Spitz (42.), 4:0 Popp (75.)
Zuschauer: 6000, . Schiedsrichter: Schellmann (Stuttgart)
Trotz der schlechten Ergebnisse konnte sich die KFV-Mannschaft im Laufe der Saison steigern. Ein Fürther Spielbericht lautete z.B.:
Die Karlsruher übertrafen ihren Gegner an mannschaftlicher Geschlossenheit. Die Unterlegenen zeigten ruhigeres, fließenderes Zusammenspiel, spielten also so weit dies auf dem klebrig-holprigen Schneeboden möglich ist - eigentlich "fürtherischer" als die Fürther. Die Ursache? Das Gegenexempel: KFV war außerordentlich stark gerade auf den Schlüssel Positionen, hier stand der überragende Spieler des Tages: der robuste, umsichtige, technisch gewandte Herberger als das Modell eines modernen Außenläufers. Und er fand bei Scherer dem ausgezeichneten Halbrechten das richtige Verständnis. In der Hinternmannschaft glänzte Stopper Biedenbach durch sein leichtflüssiges energisches Zerstörungsspiel, sein gewandtes Ballabnehmen und ein Sich-Stellen. Fritschi demonstrierte anfangs (bis er für den ins Tor wandernden Verteidiger Schmitz zurück musste), das zurückgezogene Mittelstümerspiel, das freilich durch den Ausfall des eigenwilligen, verspielten AIbert Janda wirkungslos blieb, zumal bei der hohen Klasse der Fürther Abwehr.

oben: aus einem KFV-Bilderalbum der Oberligasaison 1946/47

erste Vereinszeitung nach dem 2. Weltkrieg (1950)

oben: A-Jugendmannschaft aus den Jahren 1949-1951

Spielberichtsbogen von einem Oberligaspiel gegen Eintracht Frankfurt (1946)

KFV-Mannschaft 1949
.jpg)
1. Mannschaft, Anfang der 1950er Jahre

KFV Deutscher Amateur-Vizemeister 1951
Deutscher Amateur-Vizemeister gegen 1860 Bremen in Berlin (2:3). In der Mannschaft des KFV spielt auch der im folgenden Jahr als Nationalspieler nominierte Karlsruher Kurt Ehrmann

oben: Berliner Olympiastadion: 70.000 Zuschauer sahen die 2:3 Niederlage des KFV gegen Bremen im Spiel um die erste deutsche Amateurmeisterschaft

oben: Szenen aus dem Finale um die deutsche Amateurmeisterschaft


aus der Vereinszeitung von 1953


KFV-Lifestyle: KFV-Anstecknadeln, KFV-Biergläser, KFV-Uhren usw. -
Erste zwei Abbildungen: Merchandising-Artikel waren dem KFV schon in den 1950er Jahren nicht mehr fremd
Dritte Abbildung: Spielgerät der 1950er: Dieser Ball gehörte KFV Legende Robert "Boba" Kraft (1894 - 1973)
1952: Amateure und Profis des KFV (links)

KFV Nordbadischer Amateurmeister 1952, KFV Nordbadischer Pokalmeister 1961 und 1962.
![]() |
![]() | |
1952 | Pokalmeister 1961 |
oben: KFV - SV Darmstadt 98 3:2

KFV-Amateure 1956

_.jpg)
oben: Kurt Ehrmann setzt sich hier kopfballstark durch
Zeitgenössischer Spielbericht, 2. Liga Süd 1956/57, 22. Spieltag
Karlsruher FV - Hessen Kassel 2:2, Sonntag, 10.02.1957
KFV-Aufstellung: Eglin, Künzler, Rösch, Held, Groke, Richter, Eisemann, Alker, Kittlitz, Schäfer, Meister
Tore: 0:1 Deeg (37.), 0:2 Schmied (65.), 1:2 Meister (70.), 2:2 Groke (85., Foulelfmeter) - Schiedsrichter: Meißner (Nürnberg) - Zuschauer: 1.000
In der 70. Minute noch 2:0 geführt!
Bis kurz vor dem Abpfiff sahen die Hessen wie der sichere Sieger aus. Ein voller Erfolg wäre auch allein deshalb schon verdient gewesen, weil die Mannschaft in allen Belangen den Karlsruhern überlegen war. So imponierten vor allem die überlegene Schnelligkeit und Beweglichkeit aller Spieler, die größere spielerische Reife und die taktische Anlage des Spieles. Je nach Erfordernis schaltete man im Hessen-Lager auf Tiefen- oder Breitenspiel, wobei sich Mittelstürmer Schmied und die beiden schnellen Außen Döring und Grabsch als Sturmspitzen erwiesen. Hätten diese Spieler ebenso wie die Halbstürmer in gewissen Augenblicken uneigennütziger gespielt, wären die Gäste bereits vor dem Wechsel mit einem sicheren Vorsprung in Front gewesen.
So übertrieb man streckenweise das Einzelspiel, versuchte immer, noch einen Mann zu umgehen, wobei man schließlich hängenblieb und ein KFV-Spieler im letzten Augenblick klären konnte.
Mit zu den Besten der Gästeelf zählten ohne Zweifel die Außenläufer Michel und Deeg, die nicht nur mit den besten der KFV-Spieler, Kittlitz und Schäfer, die allerdings weit unter ihrer normalen Form spielten, glatt fertig wurden, sondern immer wieder mit raumgreifenden Steilpässen den eigenen Sturm in Szene setzten. Hutfles, Vollmer und Casselmann bildeten eine nur schwer überwindbare Verteidigung, und was aufs Tor kam, fand in Schubert seinen Meister.
Beim Anschlußtreffer griff Schubert allerdings völlig unnötig den an der Außenlinie dribbelnden Rechtsaußen an, dessen Flankenball ihn dann prompt passierte, so daß der ungedeckte Meister leicht einschießen konnte. Von diesem Augenblick an bekam der KFV Oberwasser und kam schließlich fünf Minuten vor dem Abpfiff durch einen von Groke verwandelten Foulelfmeter zum Gleichstand. Diesem Treffer voraus ging eine Szene, bei der der durchgebrochene KFV-Linksaußen Meister, von drei Kasseler Spielern verfolgt, im Strafraum zu Fall kam. Meißner entschied sofort auf Elfmeter.
Zu ballverliebt
Obwohl die Karlsruher zu Anfang etwas mehr vom Spiel hatten, vermochten sie über den ganzen Verlauf höchstenfalls vier klare Chancen herauszuspielen, während die Hessen aus der Tiefe heraus kombinierend, immer wieder in gute Schußposition kamen. In den entscheidenden Augenblicken verzögerten sie aber die Ball- oder Schußabgabe. Im übrigen wiegte man sich nach der durch Deeg aus einer Ecke und Schmied durch Nachschuß erzielten 2:0-Führung zu früh in Sicherheit. Beim KFV machte sich naturgemäß, das Fehlen der Stürmer Scheffner, Stutz und Baumann bemerkbar.
Quelle: Hessische Nachrichten vom 11.02.1957

1958, KFV - Phoenix Mannheim
Qualifikation für den DFB-Pokal, 22. 10. 1960:
Karlsruher SC - Karlsruher FV 10:1 (Vorspiel 2:2)
KSC: Jungmann, Dimmel, Schwall, Ruppenstein, Rihm, Rermath, Reitgassl, Beck, Schwarz, Späth, Nedoschil
KFV: Sick, Schmidt, Wöckner, Baumgärtner, Schneidemann, Meister, Schicke, König, Pöhlmann, Mayer, Kempf
Karlsruher FV e.V. Impressum • Kontakt

