Zur Sache KFV:
In diesem Jahr wird der KFV 120.
Spieler und Amtsträger zum KFV
Nr. 5 der Interviewreihe mit Vorstandsmitglied Andreas Reifsteck. Der Marketing-Betriebswirt ist Konsulatsleiter des Honorarkonsulats der Republik Armenien für den Konsularbezirk Baden-Württemberg und Partei-Geschäftsführer in Karlsruhe. In zahlreichen Organisationen engagiert er sich für kulturelle und soziale Belange in Karlsruhe und der Region.
Als ehemaliger Jugendspieler ist der KFV für ihn Ehrensache und eine Herzensangelegenheit.
Andreas Reifsteck im Profil:
Name:
Andreas „Andy“ Reifsteck
Spielzeiten beim KFV: D, C- und B-Jugend
Position als Spieler: Libero
Vereine als Spieler: SV Nordwest, San Diego Soccer Club, Germania Neureut,
heutiges Amt: Vorstandsmitglied
Andreas Reifsteck im Gespräch:
Wie sind Sie zum KFV gekommen?
Als der damalige Jugendleiter Werner Titze mich fragte, ob ich für den KFV kicken möchte, hat es mich vom ersten Spiel an sehr stolz gemacht, für diesen Traditionsverein spielen zu dürfen.
Welche Erlebnisse mit dem KFV haben sich besonders in Ihren Erinnerungen verankert?
Die ausgezeichnete Kameradschaft und das Gefühl, eine eingeschworene Truppe zu sein, blieben bis heute in guter Erinnerung. Unvergessen sind auch die Mannschaftssitzungen im Saloon unseres Clubhauses und die Grillfeste mit den „alten“ KFV-Idolen in unserem Stadion an der Hertzstraße.
Welche Persönlichkeit beim KFV hat Sie am meisten inspiriert?
Kurt „Kaddel“ Ehrmann. Ich habe ihn persönlich kennenlernen dürfen und bewundere seine großen sportlichen Erfolge. Er ist ein guter Ratgeber für mich, wenn es um den KFV geht.
Fuchs, Hirsch, Förderer, Townley, Lawrence… die Liste ist lang. Welche Persönlichkeit aus der Geschichte des KFV bewundern Sie am meisten und warum?
Den KFV-Gründer und deutschen Fußballpionier Walter Bensemann. Ohne ihn würde es den KFV nicht geben. Darüber hinaus hat er den DFB mitbegründet und das kicker-Sportmagazin ins Leben gerufen.
Was machen Sie neben dem Fußball?
Politik, Musik, Squash, mit der Familie Fahrrad fahren und wandern
Was hat Sie beim KFV am meisten beeindruckt?
Die unbeschreiblich spannende und abwechslungsreiche Geschichte unseres Vereins. Darüber könnte man Enzyklopädien schreiben.
Warum ist der KFV nicht irgendein Fußballverein?
Wir sind der älteste Fußballverein Süddeutschlands und Deutscher Meister 1910.
Nach der Insolvenz im Jahre 2004 musste der KFV ohne Sportplatz und ohne breite Basis, 2007 in der C-Klasse Karlsruhe, der untersten Liga, von neu beginnen. Wie wird sich der KFV sportlich, personell und organisatorisch in der Zukunft entwickeln?
Das hängt ganz entscheidend vom Ehrgeiz und dem Einsatz sowie dem geschickten Handeln der Verantwortlichen ab. Ich bin bereit, meinen Teil dazu beizutragen und 100% für den KFV zu geben. Wir brauchen aber auch die Unterstützung der breiten Gesellschaft, der Politik und natürlich auch unserer Sponsoren, die an den Verein glauben und dazu beitragen, ein großes Stück deutscher und insbesondere auch Karlsruher Sportgeschichte zu erhalten. Sportlich gesehen müssen wir eine konkurrenzfähige 1. Mannschaft formen, die den Anspruch haben muss, spätestens zum 125-jährigen Vereinsjubiläum in der Kreisklasse A zu spielen. Als zweiten Schritt müssen wir eine Frauenmannschaft sowie ein „Alte Herren“ Team den Fußballern unserer Stadt anbieten. Vor allem aber müssen wir wieder an die lange Tradition der ausgezeichneten KFV-Nachwuchsarbeit anknüpfen, denn eine gute Jugendarbeit ist das Fundament des sportlichen Erfolgs! Es sollte zudem unser aller Bestreben sein, dem KFV wieder seine alte, ruhmreiche sportliche Heimat an der Hertzstraße zurückzugeben. Das sehe ich als wichtigen Baustein der weiteren positiven Entwicklung des Vereins an.
Was hat sich in den vergangenen Jahren/Monaten schon verbessert und wo liegen noch die größten Probleme?
Wir
haben es erfreulicherweise geschafft, viele neue Mitglieder
für den KFV zu begeistern. Auch haben wir nach Jahren ohne
Logo auf der Brust mit den „Gartenfreunden Karlsruhe e.V.“
wieder einen Trikotsponsor für unseren Verein gewinnen
können. Herausforderungen gibt es noch sehr viele, an die
wir mit vollem Einsatz und Herzblut herangehen müssen. Dann
bin ich optimistisch, dass wir es gemeinsam im Team mit
einer professionellen Führung schaffen werden. Alle müssen
ihren Teil dazu beisteuern, der Vorstand, die Mitglieder wie
die Mannschaft. Ich erwarte dabei von allen Mitstreitern
Charakterstärke, Disziplin und Leidenschaft.
„Er trägt die schönen Farben schwarz und rot, für die stehen wir selbst in größter Not“ heißt es in der ersten Strophe des KFV-Lieds. Warum sind Sie dem KFV treu geblieben?
Wenn man einen Verein liebt, dann liebt man ihn für immer. Wer einmal das Trikot des KFV getragen hat, bleibt ihm treu. Das merke ich im Übrigen auch bei vielen Gesprächen mit Persönlichkeiten in der Stadt über die Zukunft des Vereins, die einmal beim KFV gespielt haben.
Was würden Sie heute den KFV-Spielern mit auf den Weg geben?
Ich zitiere den großen Sepp Herberger: „Ihr müsst brennen“ abgerundet mit meiner persönlichen Ergänzung: „Immer sportlich fair, mit gutem Charakter und eines Deutschen Meisters würdig!“
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